Bonnie - Ein Abschied ...
Im April 2003 haben wir Bonnie bei euch gefunden. Wir wollten eigentlich einen "mittleren" Hund, doch Bonnie zählte als Rottweiler zu den "großen". Aber Gott-sei-dank haben wir uns trotzdem bei euch umgeschaut: Und Bonnie sehen, lieben und sie nicht mehr aus unserem Herzen kriegen war Eines! Wir haben dann ernsthaft überlegt - und sie dann schließlich ganz bewusst zu uns geholt!
Mit uns konnte sie ca.7 Jahre voller Glück, Freude und mit ganz viel Liebe leben!
Sie hat alles bekommen, was ein Hund sich nur wünschen kann, ja, sie war auch verwöhnt - aber wir drei waren jeden Tag unendlich glücklich zusammen! Und das war keinen Tag selbstverständlich! Jeden Tag haben wir bewusst genossen!
Am einem trüben, grauen, verschneiten Wintertag Anfang Februar diesen Jahres, nachdem sie noch mal ausgiebig den Schnee genossen hatte, ist Bonnie ins Regenbogenland gegangen!
Sie war nun beinahe 13 Jahre alt, hatte Arthrose, hörte und sah nicht mehr gut und hatte seit Jahren Krebs, hat aber bis zum letzten Tag keine Schmerzen gehabt, sondern jeden Tag ausgiebig genossen! Ich konnte sie bis zum letzten Moment begleiten, sie ist einfach friedlich eingeschlafen!
Sie war unser ein und alles, unserer Sonnenschein, unser Schmuser, unsere große Liebe, das Kostbarste, Wertvollste und Wunderbarste in unserem Leben! Und das war uns allen jeden Tag, den wir zusammen waren bewusst! Sie hat uns alles gegeben, so viel Liebe, so viel Dankbarkeit, so viele wundervolle Momente, die wir stets und für den Rest unseres Lebens in unserem Herzen behalten werden.
Ich bin sicher, dass Bonnie jetzt im Regenbogenland ist - ich hoffe nur, sie vermisst uns nicht zu sehr - denn sie war immer so ängstlich, wenn sie außerhalb ihrer gewohnten Umgebung Herrchen oder Frauchen aus den Augen verlor! Und einer von uns war doch bisher immer bei ihr!!
Wir haben sie kremieren lassen und ihre Asche wird in den nächsten Tagen über der Nordsee ausgestreut werden! Und dann werden wir eines Tages wieder zusammen sei - denn auch wir werden in der Nordsee bestattet werden!
Ohne sie zu sein ist so schwer - doch auch wenn sie nicht mehr vor dem Sofa liegt, nicht mehr vor der Tür steht, wenn sie raus will, nicht mehr bei Tisch bettelt, wir nicht mehr durch den Wald toben und uns gemeinsam ins Wasser stürzen - irgendwann werden wir ganz sicher wieder zusammen sein.
Frauchen hat dich ganz schlimm lieb Bonnie! Du musst keine Angst haben! Frauchen ist da! Geh\' schön schlafen, mein Schatz! Alle Hunde schlafen jetzt! Ich liebe dich, mein kleiner Stinker! Bis morgen früh!
Bonnie meldet sich nach 5 Jahren !!!!!!!!!!!
Liebes Tierheim,
es meldet sich nach vielen Jahren Bonnie Rottweiler bei euch. Bisher bin ich nicht dazu gekommen, mich nochmal zu melden, weil ich superviel zu tun hatte. Erst musste ich mich bei neuen Menschen einleben, das war sehr aufregend! Ich musste in einem Auto fahren - was ich sehr liebe - aber ich durfte nicht in den Kofferraum springen (hab' ich versucht, ging aber nicht, das Auto war zu klein!) sondern musste auf den Rücksitz klettern! Mein neues Herrchen ist auch dorthin geklettert, der durfte wohl auch nicht im Kofferraum fahren! Das hat uns schon ein bißchen zu Kumpels gemacht und ich habe mich ganz fest an ihn geschmiegt, weil ich doch solche Angst hatte!! Dann sind wir in einer neuen Höhle angekommen - da roch alles ganz neu - vor lauter Aufregung hab' ich erstmal auf den Boden gepinkelt! Ich hab' mich total geschämt und hatte auch Angst, Ärger zu bekommen. Aber es ist gar nichts passiert!! Sondern wir sind erstmal ausgegangen! Und ich musste gar nicht an die Leine!! Sondern konnte überall rumschnüffeln und rumlaufen. Lieber hab' ich mich aber an meinen neuen Menschen gehalten und bin wieder mit ihm in die neue Höhle zurückgelaufen. Dort gab es ein superleckeres Essen, ganz für mich allein. Und einen tollen Knochen. Und dann habe ich erstmal geschlafen, geschlafen, geschlafen. Und als ich wachwurde, musste ich garnicht lange warten, meine neuen Menschen sind gleich wieder mit mir ausgegangen. An dem Tag habe ich schon meine ersten Freunde kennen gelernt: Daisy, die erst Angst vor mir hatte aber dann ganz stolz war, weil sie nun einen Rottweiler als Freundin hatte und Jück, den Nachbarhund, einen Labrador. Der ist nur wie wahnsinnig um mich rumgewuselt, aber dem habe ich gleich klargemacht, wer ab jetzt hier der Chef ist! Der fand mich aber so toll, dass er das gleich akzeptiert hat. Später haben wir Xena kennengelernt, die auch ein Rottweiler ist. Und Sammy, der bei uns gegenüberwohnt und ein Retriever ist. Mit Cosmo, einer riesigen dänischen Dogge hat es etwas länger gedauert, bis ihr Mensch sich getraut hat, sie mit mir spielen zu lassen. Aber auch Cosmo musste begreifen, dass ich jetzt Chef im Viertel bin. Auf Welpen und alte Hunde nehme ich sehr viel Rücksicht, kleine Kläffer ignoriere ich einfach, Welpen zeige ich, wie sie sich zu benehmen haben. Das haben auch Klein-dumm-Jena und King gelernt. Aber es war um mein Rottweiler-Herz geschehen, als wir das erste Mal Max begegnet sind!!! Max ist eine Mischung aus Rottweiler und Schäferhund und irgendwie sind seine Wachstumshormone durcheinandergeraten, sagt Herrchen, er ist ziemlich groß!!! Aber Max darf bei mir alles!! (Obwohl wir ihm immer wieder gerne sein Spielzeug wegnehmen!) Aber Max liebe ich heiss und innig. Nicht, weil der viel größer ist als ich, sondern weil der einfach toll ist! Leider darf ich zweimal im Jahr nicht mit Max spielen. Frauchen sagt dann, ich bin "läufig". Verstehe ich nicht! Gerade dann finde ich Max nämlich besonders toll.
Weiterhin bin ich sehr damit beschäftigt, meine Menschen auszuführen. Schon früh am Morgen wollen sie nach draußen und obwohl ich oft gerne lieber noch schlafen würde, gehe ich dann mit. Kommt gut aus, ich kann dann auch gleich mal Pippi machen. Dann habe ich Gott-sei-dank ein paar Stunden Ruhe, bis sie dann mittags wieder nach Hause kommen und schon wieder ausgehen wollen. Meist kann ich sie überreden, doch noch ein wenig mit mir zusammen auszuruhen, dann liegen wir alle in der Höhle und ruhen noch ein wenig. Aber da ich weiss, dass sie dann oft lange durch den Wald laufen wollen, wecke ich sie rechtzeitig. Meine Menschen sind schon älter, deshalb muss ich manchmal darauf achten, dass sie nicht zu weit laufen. Dann gebe ich deutlich an, das es jetzt zuviel ist und wir nach Hause gehen sollten. Gott-sei-Dank verstehen sie die Hundesprache mittlerweile ganz gut und hören auf mich.
Wenn wir dann nach Hause kommen, muss ich erstmal ausruhen - Menschen sind ja so anstrengend!!
Meistens ruft Herrchen aber mitten in meine Ruhezeit hinein, dass das Essen fertig ist. Dann muss ich betteln gehen. Meistens bin ich der erste bei Tisch. Herrchen und Frauchen sind ja so langsam, wenn es ums Essen geht! Aber das Betteln habe ich gut drauf! Ich kann so mitleidserregend kucken, dass Frauchen meist weich wird, und mir etwas zusteckt. Hab' ich lange geübt. Funktioniert übrigens sehr gut auch bei fremden Menschen! Nicht so gut bei Herrchen, der isst sein ganzes Essen selber. Und der hat Übergewicht!! Das hat er nun davon. War ja nur gut gemeint!
Aber ich bekomme dann auch noch mein eigenes Essen. Ich denke nicht im Traum daran, das mit meinen Menschen zu teilen. Die hatten ja wohl genug!
Dann verziehe ich mich wieder auf mein eigenes Sofa. Nicht dass ich damit angeben möchte, ich wollte nur mal den Kollegen, die in einer blöden Hütte gelandet sind sagen, dass es auch besser kann.
Wenn ich mich genug ausgeruht habe, müssen wir unbedingt noch spielen! Ich suche dann unter all meinem Spielzeug das gerade aktuell Angesagte raus und fordere meine Menschen zum Spielen auf. Manchmal sagen sie, dass sie müde sind, dann geben wir uns mit einer ausgiebiegen Schmusesitzung zufrieden. Manchmal spielen wir aber auch "Such Brokje!": Frauchen versteckt Leckerlies und ich muss sie suchen! Ziemlich anstrengend. Aber schön!
Und dann müssen entweder Herrchen oder Frauchen nochmal raus. Im Sommer ist das kein Problem, da gehe ich gerne nochmal mit. Aber im Winter ist das schon ziemlich lästig. Aber es muss wohl sein. Da kann ich unterwegs gleich noch ein paar Leckerlies betteln und bei der Gelegenheit auch gleich mal Pippi machen.
Dann bekomme ich zum Abschluss des Tages noch ein Zahnputzstängchen, dann kann ich endlich auf mein Sofa klettern, um zu schlafen.
Ihr seht also, ich habe verdammt viel zu tun! Deshalb konnte ich mich so lange nicht melden.
Aber ihr seht - mir geht es prächtig!! Ich habe sogar mit Herrchen und Frauchen einen riesigen See kennen gelernt - alledings schmeckte das Wasser überhaupt nicht und ich musste davon kotzen!! Und das Wasser ist sogar über mich geschlagen und hat mich umgeworfen - aber ich habe mich nicht kleinkriegen lassen. Es hat eigentlich sehr viel Spaß gemacht! Und wir haben sogar ein paarmal in einer gemeinsame Höhle in einer schwimmenden Hütte gewohnt. Das hat ganz schön gewackelt, aber ich konnte immer bei Herrchen und Frauchen sein. Auch nachts. Das war toll!!
Ich bin jetzt mittlerweile 9 Jahre alt und habe vielleicht ein wenig zugenommen - aber meine Menschen haben gesagt, dass sie auch zu mir halten werden, wenn ich krank werde und alles für mich tun werden. Und die beste Entscheidung für mich treffen werden, wenn eine Entscheidung ansteht. Und ich glaube und vertraue ihnen.
Denn sie lieben mich und ich gebe ihnen diese Liebe tausendfach zurück- bis zum letzten Tag!
Damit ihr das alles glaubt, habe ich ein paar Fotos beigefügt!
Danke nochmal für alles, was ihr für mich getan habt, als es mir schlecht ging
Eure
Bonnie Rottweiler





