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Jede Flosse zählt

Kategorie: Web
07.11.08 08:46

Von: Silke Hohmann

Haie gehören normalerweise nicht zu den Tieren, die als schutzwürdig angesehen werden. Selbst viele Tierfreunde tun sich schwer damit diesen nützlichen Meeresbewohnern Sympathie entgegen zu bringen, deren Image seit dem Film "Der weisse Hai" kaum schlechter sein könnte. Jedes Jahr gibt es etwa 50-80 Haiunfälle, von denen etwa 4-7 tödlich enden. Dem gegenüber werden jährlich mehr als 100 Millionen Haie gefangen. Vielfach wird ihnen nur die Rückenflosse abgeschnitten, die mancherorts als Delikatesse gilt, und der Kadaver dann wieder ins Meer geworfen. Zum Teil werden aus den Haiknorpeln obskure Pülverchen und Placebo-Medikamente gemacht. Auch Schillerlocken werden aus Haifischen hergestellt. Aber der größte Teil eines jeden Hais, nämlich 87%, werden einfach weg geworfen. 

Dabei ist der Hai ein für das ökologische Gleichgewicht in den Meeren wichtiges und nützliches Tier. Er jagt hauptsächlich kranke und alte Tiere und trägt so zur Gesunderhaltung der Beutepopulation bei. Von den gut 400 Haiarten stehen inzwischen 201 Arten auf der roten Liste. Eine der Ursachen ist, das der internationale Haihandel viel zu wenig überwacht und kontrolliert wird.

Die in der Schweiz ansässige Hai-Stiftung setzt sich seit 1997 für den Schutz dieser faszinierenden und wichtigen Tiere ein. Seit dem letzten Jahr veranstalten sie auch jeden Oktober eine "Europäische Hai Woche", in der sie versuchen, mit Vorträgen und Informationsveranstaltungen ein Gegengewicht zu den vielen Vorurteilen über Haie zu schaffen. Unter anderem stellen sie auch eine online zu unterzeichnende Petition auf ihrer Webseite zur Verfügung, mit der sie bis zum 31. Dezember Unterschriften sammeln. Zur Zeit wird der Entwurf eines EU-Haiaktionsplans entwickelt. Mit der Petition, die der Kommission im Februar 2009 vorgelegt wird, kann jeder der Forderung ausdruck verleihen das die EU sich für einen starken Schutzplan und deren Umsetzung einsetzt.