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Kathie wartet geduldig

Kategorie: Notfall
19.06.08 08:24

Von: Silke Hohmann

Kathie hat es schwer, den sie ist FIV positiv, aber eigentlich heisst dieses gar nichts. Sie kann genauso spielen, toben, glücklich und -was ganz wichtig ist- alt werden.

Aber was ist FIV+ überhaupt ?

Weltweit kommt FIV unterschiedlich häufig vor: In den USA reagieren eineinhalb bis drei Prozent der gesunden und bis zu 15 Prozent der kranken Katzen positiv auf einen FIV-Antikörpertest. So wurden zum Beispiel in wissenschaftlichen Studien an mehr als 1000 wild lebende Raubkatzen festgestellt, dass die Mehrzahl der Geparden, Pumas und Löwen zwar FIV-infiziert war, aber keineswegs Symptome zeigte.  Mittlerweile gehen einige Wissenschaftler osgar daon aus, dass DNA-Mutationen die Katzen im Laufe der Jahrhunderte resistent gegen die Krankheit machten.
Weil die Krankheit vorrangig durch Biss-und Kratzverletzungen übertragen wird, sind in unseren Breitengraden frei lebende Kater am häufigsten, im Hause lebende Katzen am seltensten betroffen. 

Ausserhalb des Katzenorganismus überlebt das Virus in der Regel nur wenige Stunden. Bei einer Übertragung durch Bisse gelangt der Erreger mit dem Blut zum nächsten Regional-Lymphknoten, wo er sich in den T-Lymphozyten vermehrt. Dann breitet er sich über das gesamte Lymphsystem aus. 

FIV-positive Katzen können jahrelang symptomfrei leben.

Erst wenn die Immuninsuffizienz einen gewissen Punkt überschritten hat, nehmen die Abwehrkräfte rapide ab und für gesunde Tiere ungefährliche Bakterien oder Viren führen bei der Katze zu schwersten Erkrankungen. Erste Anzeichen sind schlechtes Fell, Dauerfieber und Appetitverlust. Häufig sind chronische oder wiederkehrende Entzündungen von Haut, Maulhöhle, Blase und oberen Atmungsorganen. Viele Katzen verlieren stark an Gewicht und neigen zu bestimmten Tumorarten wie Lymphomen. Dieses kann, aber braucht nicht eintreten.

Leider gibt es bei FIV keine Impfmöglichkeit. Auch mangelt es an Medikamenten, die direkt auf den Erreger wirken. Die Behandlungsmaßnahmen beschränken sich daher auf die Linderung der Begleiterkrankungen wie Infektionen, die mit Antibiotika und Antimykotika unterdrückt werden. 

Obwohl das Virus mit dem menschlichen HIV verwandt ist, kann es nicht von der Katze auf den Menschen übertragen werden, ebenso so wie das HI-Virus des Menschen nicht auf die Katze übertragbar ist.  Nach heutigem Wissensstand ist FIV streng wirtsspezifisch, das heißt es kommt nur bei Katzen und nicht bei anderen Tieren vor.